Fakten und Anekdoten aus 29 Endspielen (DFB-Pokal Frauen)

Der DFB-Pokal der Frauen hat Tradition. Seit der Saison 1980/81 wird die begehrte Trophäe ausgespielt. Die Begegnung zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem FF USV Jena am 15. Mai 2010 im Kölner RheinEnergieStadion ist bereits das 30. Finale. In bisher 29 Endspielen haben die Spielerinnen und Mannschaften für zahlreiche Fakten und Anekdoten gesorgt.

1. 2010 erhält das Sieger-Team im DFB-Pokal der Frauen eine neue Trophäe. Es ist der dritte Pokal seit bestehen des Wettbewerbs. Von 1983 bis 1993 wurde um eine aus Silber gefertigte Dokumentenrolle mit Lorbeerzweig gespielt. Von 1994 bis 2009 bestand der Pokal aus zwei silbernen, in sich greifende Halbschalen.
2 . Der neue DFB-Pokal der Frauen ist 60 Zentimeter groß, wiegt elf Kilogramm, ist aus Messing gefertigt und versilbert und hat einen materiellen Wert von rund 30.000 Euro.
3. Die Trophäe wurde von G.D.E. Bertoni in Mailand gefertigt, aus diesem Hause stammen auch die Pokale für die WM, die Champions League und die Europa League der Männer.
4 . Der FF USV Jena steht zum ersten Mal im Endspiel um den DFB-Pokal der Frauen. Er ist damit der 20. Verein in der Geschichte des Wettbewerbs, dem diese Ehre zu Teil wird.
5. Der FCR 2001 Duisburg schaffte zum sechsten Mal den Sprung ins Finale, häufiger gelang dies nur dem 1. FFC Frankfurt (zehn Mal), dem TSV Siegen (später Sportfreunde Siegen) (zehn Mal) und dem FSV Frankfurt (acht Mal).
6. Der DFB-Pokal der Frauen wurde 1981 zum ersten Mal ausgespielt.
7. Das erste Endspiel um den DFB-Pokal der Frauen wurde 1981 im Stuttgarter Neckarstadion ausgetragen.
8. Das Finale um den DFB-Pokal der Frauen fand bisher an vier verschiedenen Spielorten statt – 1981 im Stuttgarter Neckarstadion, 1982 und 1984 im Frankfurter Waldstadion, 1983 im Stadion am Bornheimer Hang in Frankfurt und seit 1985 im Berliner Olympiastadion. 2010 wird das Endspiel erstmals im Kölner RheinEnergieStadion ausgetragen.
9. In der Premieren-Saison 1980/81 nehmen 16 Teams am Wettbewerb um den DFB-Pokal der Frauen teil.
10. In der aktuellen Spielzeit gingen 57 Mannschaften im DFB-Pokal der Frauen an den Start – zwölf Bundesligisten, 20 Zweitligisten, vier Zweitliga-Aufsteiger und 21 Landespokal-Sieger.
11. Im ersten Jahr der Austragung gewann die SSG Bergisch Gladbach den DFB-Pokal dank eines 5:0-Erfolges über den TuS Wörrstadt, damit ist der Verein das Pendant zum 1. FC Nürnberg, der den DFB-Pokal 1935 mit 2:0 im Finale gegen den FC Schalke 04 gewann, als der Wettbewerb bei den Männern erstmals ausgespielt wurde.
12. Die SSG Bergisch Gladbach konnte den Titel gleich im zweiten Jahr des Wettbewerbs verteidigen und zwar mit einem 3:0-Sieg gegen den VfL Wildeshausen.
13 . Die Frauen des Finalisten von 1982, des VfL Wittekind Wildeshausen, spielen heute in der 1. Kreisklasse.
14. Tennis Borussia Berlin gelang die erste große Überraschung im Pokal-Wettbewerb: Die Berlinerinnen warfen in der Saison 1982/1983 den Titelverteidiger, Meister und Top-Favoriten SSG Bergisch Gladbach in der ersten Runde aus dem Wettbewerb.
15. Der 1. FFC Frankfurt ist mit sieben Titelgewinnen (1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2007, 2008) Rekordsieger des DFB-Pokals, es folgen der FSV Frankfurt und der TSV Siegen mit je fünf Erfolgen.
16. Der 1. FFC Frankfurt stand zehn Jahre in Folge von 1999 bis 2008 im Finale des DFB-Pokals, nur dreimal verloren sie das Endspiel – jeweils gegen den 1. FFC Turbine Potsdam: 2004 mit 0:3, 2005 mit 0:3 und 2006 mit 0:2.
17. Wie der 1. FFC Frankfurt stand auch der TSV Siegen (2000 bereits umbenannt in die Sportfreunde Siegen) zehnmal im Finale, allerdings verloren die Siegenerinnen das Endspiel fünfmal – so häufig wie kein anderer Verein.
18. Birgit Prinz stand elfmal im Finale um den DFB-Pokal – dreimal mit dem FSV Frankfurt und achtmal mit dem 1. FFC Frankfurt. Achtmal ging ihre Mannschaft dabei als Sieger vom Platz.
19. Silvia Neid stand zehnmal im Endspiel um DFB-Pokal – einmal mit der SSG Bergisch Gladbach und neunmal mit dem TSV Siegen. Sechsmal durfte die heutige Bundestrainerin den Pokal in die Höhe stemmen, viermal ging sie im Finale als Verliererin vom Platz (1991, 1992, 1994, 1995) – so häufig wie keine andere Spielerin.
20. Die erfolgreichsten Torschützinnen in den Endspielen um den DFB-Pokal sind Birgit Prinz (sieben Tore), Silvia Neid (sechs Tore) und Inka Grings (fünf Tore).
21. Spannende Endspiele, die erst im Elfmeterschießen entschieden worden sind, gab es dreimal: 1985 FSV Frankfurt – KBC Duisburg 1:1 n.V. 4:3 i.E., 1993 TSV Siegen – Grün-Weiß Brauweiler 1:1 n.V. 6:5 i.E.., 2007 1. FFC Frankfurt – FCR 2001 Duisburg 1:1 n.V. 4:1 i.E.
22. Den höchsten Sieg in einem Finale um den DFB-Pokal feierte der FCR 2001 Duisburg im vergangenen Jahr mit dem 7:0 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam.
23. Der höchste Sieg in der Geschichte des Wettbewerbs um den DFB-Pokal der Frauen war ein 20:0. Mit diesem Resultat besiegt der 1. FFC Frankfurt in der ersten Runde des Wettbewerbs 2001/2002 den Karlsruher SC. Mit dem gleichen Ergebnis gewann in der ersten Runde der Konkurrenz in der Saison 2003/2004 der FFC Heike Rheine den FC Oberneuland.
24 .Tragische Hauptdarstellerin im Endspiel um den DFB-Pokal 2003 war Martina Voss. Die heutige Trainerin des FCR 2001 Duisburg entschied mit ihrem Eigentor kurz vor dem Schlusspfiff die Partie zu Gunsten des 1. FFC Frankfurt.
25. Gertrud Regus pfiff als erste Schiedsrichterin ein Endspiel um den DFB-Pokal der Frauen. Die Unparteiische aus Hallstadt leitete das Finale am 23. Mai 1992 zwischen dem FSV Frankfurt und dem TSV Siegen (1:0). Zuvor waren nur männliche Referees mit dieser Aufgabe betraut, unter anderem solch namhafte Leute wie Rainer Boos (1991), Hellmut Krug (1990), Günter Wiesel (1986) oder Manfred Neuner (1984).
26. Seit Einführung des DFB-Pokals der Frauen in der Saison 1980/1981 wurde das Finale immer im selben Stadion vor dem Endspiel der Herren ausgetragen – mit einer Ausnahme: 1983 fand ein eigenständiges Finale im Stadion am Bornheimer Hang in Frankfurt statt.
27. Das ausgeglichenste Duell in der Geschichte des DFB-Pokals der Frauen lieferten sich die SSG Bergisch Gladbach und der KBC Duisburg im Viertelfinale der Spielzeit 1988/1989. Das erste Spiel endete 0:0 nach Verlängerung. Auch im Wiederholungsspiel war nach Verlängerung beim Stand von 3:3 noch kein Sieger gefunden. Im Elfmeterschießen behielt schließlich die SSG Bergisch Gladbach mit 6:5 die Oberhand. In einem ähnlich aufreibenden Vergleich standen sich ein Jahr später der FC Bayern München und der TSV Siegen gegenüber – allerdings entschieden die Süddeutschen das Duell im Elfmeterschießens des Wiederholungsspiels mit 5:3 für sich.
28. In der Saison 1993/1994 erhalten erstmals 16 Mannschaften in der ersten Runde ein Freilos.
29. Von der Spielzeit 1998/1999 bis 2004/2005 wird vor der ersten Runde eine Qualifikation gespielt.
30. In einem der unterhaltsamsten Spiel des DFB-Pokals der Frauen schlägt in der ersten Runde der Saison 1994/1995 der FC Rumeln-Kaldenhausen den FT Geestemünde mit 9:7.
31. Zweimal in der Geschichte des DFB-Pokals der Frauen will es das Los, dass zwei Mannschaften aus dem selben Verein gegeneinander antreten. In der ersten Runde in der Saison 1995/1996 verliert der VfL Sindelfingen II gegen den VfL Sindelfingen I mit 1:10. In der ersten Runde der Spielzeit 2001/2002 setzt sich der 1. FFC Turbine Potsdam I gegen den 1. FFC Turbine Potsdam II mit 5:0 durch.
32. In der zweiten Runde des DFB-Pokals der Frauen in der Saison 1996/1997 wird Hertha Zehlendorf nach dem 2:0 gegen Fortuna Sachsenroß Hannover disqualifiziert, weil die Berlinerin eine nicht spielberechtigte Spielerin eingesetzt hatten.
33 . Die Erstrunden-Partie im DFB-Pokal der Frauen zwischen dem SV Weinberg und dem SC Regensburg muss in der Spielzeit 2006/2007 wegen eines Regelverstoßes der Schiedsrichterin neu angesetzt werden. Weinberg gewinnt mit 3:1, hatte aber auch schon die ursprüngliche Partie mit 4:3 im Elfmeterschießen für sich entschieden.
34 .In bisher 29 Jahren Pokal-Geschichte konnten sich acht verschiedene Vereine in der Siegerliste verewigen.
35. Sechs Klubs schafften das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg – der 1. FFC Frankfurt (1999, 2001, 2002, 2003), der FSV Frankfurt (1986, 1995), der 1. FFC Turbine Potsdam (2004, 2006), der TSV Siegen (1987) und Grün-Weiß Brauweiler (1997).
36. Vier Spielerinnen gelangen je drei Tore in einem Endspiel um den DFB-Pokal der Frauen: Doris Kresimon (SSG Bergisch Gladbach, 1981), Silvia Neid (TSV Siegen, 1988), Inka Grings (FCR Duisburg, 1998) und Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt, 2002).
37. Die größte Sensation im DFB-Pokal der Frauen gelang Grün-Weiß Brauweiler in der Saison 1990/1991. Als Regionalligist – damals zweithöchste Spielklasse – warf das Team auf dem Weg ins Finale drei Bundesligisten aus dem Wettbewerb, um schließlich im Endspiel mit 1:0 gegen den TSV Siegen zu gewinnen.
38. Mit 29 Siegen in Folge hält der 1. FFC Frankfurt die längste Erfolgsserie im DFB-Pokal der Frauen. Los ging es mit einem 8:1 gegen den DFC Eggenstein im Achtelfinale der Saison 1998/1999. Beendet wurde sie durch den 1. FFC Turbine Potsdam mit einem 3:0-Sieg im Finale 2004.
39. Auch der DFB-Pokal der Frauen ist Spielfeld für die namhaftesten deutschen Klubs. In dieser Saison sind unter anderem die Frauen-Bundesligisten FC Bayern München, Hamburger SV, VfL Wolfsburg und SC Freiburg dabei. In der 2. Bundesliga spielen aktuell der 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen. Und früher sorgten der FC Schalke 04 (1983 und 1985 jeweils in der ersten Runde ausgeschieden) und der 1. FC Kaiserslautern (1985 in der ersten Runde ausgeschieden) für Prominenz im Wettbewerb.
40. Ein deutsches Städte-Alphabet ergeben die Mannschaften, die in 29 Jahren am DFB-Pokal der Frauen teilgenommen haben. Vom DFC Allendorf (2003 – 0:10 gegen den FSV Frankfurt) bis zum SV Zussdorf (1994 – 1:5 gegen SC Klinge Seckach) waren zahlreiche Städte im Wettbewerb vertreten.
41. Dr. Theo Zwanziger verfolgt das Finale um den DFB-Pokal der Frauen am 29. Mai 2004 zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt im Fernsehen. Der Offensivfußball der Brandenburgerinnen und die Leistung von Anja Mittag wecken seine Begeisterung für den Frauenfußball.
42. Die Pokal-Runden für die Herren losen seit geraumer Zeit die deutschen Nationalspielerinnen aus. In dieser Saison zog mit Lukas Podolski ein Nationalspieler die Lose für das Achtelfinale des laufenden Wettbewerbs der Frauen.
43. Einzig der FSV Frankfurt hatte beim Pokal-Finale der Frauen am 8. Mai 1983 ein echtes Heimspiel. Der Vorteil, im heimischen Stadion am Bornheimer Hang spielen zu dürften, brachte den Frankfurterinnen jedoch nichts – sie verloren gegen den KBC Duisburg mit 0:3.
44. Der KBC Duisburg gewann in der Saison 1982/1983 den DFB-Pokal der Frauen. Der Ruhm verblasste jedoch schnell, so dass die Frauenfußball-Abteilung des Vereins in den 90er Jahren aufgelöst wurde. Gleiches geschah mit der Frauenfußball-Abteilung des STV Lövenich, der 1987 das Finale um den DFB-Pokal mit 2:5 gegen den TSV Siegen verlor. Bei der SSG 09 Bergisch Gladbach existiert heute auch keine Frauenfußball-Abteilung mehr, weil diese 1996 zunächst geschlossen zum TuS Köln rrh. wechselt und sich wenige Jahre später komplett Bayer 04 Leverkusen anschloss.

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Amateursportfotograf die (aus) Leiden schaft